Beide heißen Welt, nur einer meint sie ganz: Die Wahl ist vor allem eine Entscheidung über Schwellenländer.
Der MSCI World deckt 23 Industrieländer ab (rund 1.400 Positionen), der FTSE All-World zusätzlich die Schwellenländer (über 4.000 Positionen, Schwellenländer-Anteil rund ein Zehntel). Beide gewichten nach Marktkapitalisierung, beide enthalten keine Small Caps. Die Wahl ist damit vor allem die Entscheidung, ob Schwellenländer automatisch ins Depot gehören oder separat und bewusst gewichtet werden.
Zwei Indizes tragen fast denselben Anspruch im Namen: die Welt. Der Unterschied liegt in einem Wort, das im Namen des einen fehlt: Schwellenländer. Wer zwischen MSCI World und FTSE All-World wählt, entscheidet vor allem darüber, ob China, Indien und Brasilien im Depot vertreten sind.
Die Wahl ist keine Grundsatzfrage von richtig oder falsch, sondern eine bewusste Abgrenzungsentscheidung. Sie lässt sich in drei Vergleichen vollständig verstehen.
"World" heißt bei MSCI: Industrieländer. Wer die ganze Welt meint, muss zum All-World greifen oder Schwellenländer separat ergänzen.
Der MSCI World umfasst große und mittlere Unternehmen aus 23 Industrieländern, rund 1.400 Positionen. Schwellenländer fehlen vollständig; dafür gibt es bei MSCI den separaten Emerging-Markets-Index.
Der FTSE All-World umfasst große und mittlere Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, insgesamt über 4.000 Positionen. Der Schwellenländer-Anteil liegt marktabhängig bei rund einem Zehntel des Index.
| Merkmal | MSCI World | FTSE All-World |
|---|---|---|
| Abdeckung | 23 Industrieländer | Industrie- und Schwellenländer |
| Positionen | ~1.400 | über 4.000 |
| Schwellenländer |
Der MSCI World enthält große und mittlere Unternehmen aus 23 Industrieländern (rund 1.400 Positionen), aber keine Schwellenländer. Der FTSE All-World deckt Industrie- und Schwellenländer ab (über 4.000 Positionen); der Schwellenländer-Anteil liegt marktabhängig bei rund einem Zehntel. Small Caps enthält keiner der beiden.
Nicht pauschal. Die Wahl ist eine Diversifikations-, keine Renditeentscheidung: Ob die Schwellenländer-Beimischung künftig hilft, weiß niemand. Der All-World ist die pflegefreie Ein-Fonds-Lösung; MSCI World plus separater Emerging-Markets-ETF erreicht dieselbe Abdeckung mit eigener Gewichtung, verlangt aber Rebalancing.
Davon ist wenig gewonnen: Beide überlappen stark, weil der All-World die Industrieländer des MSCI World fast vollständig enthält. Sinnvoller sind disjunkte Kombinationen wie MSCI World plus Emerging Markets, oder gleich eine der beiden Welt-Lösungen allein.
| Nein |
| Ja, rund ein Zehntel (marktabhängig) |
| Small Caps | Nein | Nein |
| Gewichtung | Marktkapitalisierung | Marktkapitalisierung |
Beide Indizes gewichten nach Marktkapitalisierung. Deshalb dominieren in beiden dieselben US-Mega-Caps, und der US-Anteil ist in beiden hoch; im All-World fällt er durch die Schwellenländer-Beimischung etwas niedriger aus. Small Caps enthält keiner der beiden; wer sie will, braucht Varianten wie den MSCI ACWI IMI.
Rendite: Ob die Schwellenländer-Beimischung künftig hilft oder kostet, weiß niemand; historische Phasen liefen mal für, mal gegen die Schwellenländer. Die Wahl ist eine Diversifikations-, keine Renditeentscheidung.
Diversifikation: Der All-World verteilt auf mehr Länder und mehr Positionen. Das senkt das Gewicht einzelner Volkswirtschaften außerhalb der USA nur moderat, nimmt aber die Entscheidung ab, ob und wie viel Schwellenländer ins Depot gehören.
Pflegeaufwand: Ein All-World ist eine Ein-Fonds-Lösung ohne Rebalancing-Bedarf. Die Alternative, MSCI World plus separater Emerging-Markets-ETF, erreicht dieselbe Abdeckung mit frei wählbarer Gewichtung, verlangt dafür aber eigenes Rebalancing.
MSCI World plus MSCI Emerging Markets überlappen sich nicht: Die Kombination ist die Baukasten-Variante des All-World-Gedankens. Problematisch ist erst die Kombination zweier Indizes mit großer Schnittmenge, etwa MSCI World plus S&P 500.
Erst nach der Indexwahl beginnt der Produktvergleich: Tracking Difference, TER, Fondsgröße und Ausschüttungsverhalten unterscheiden die konkreten ETFs auf denselben Index oft stärker als die Indexfrage selbst. Beide Indexfamilien werden von großen Anbietern mit liquiden, günstigen ETFs abgebildet; steuerlich gilt für beide als Aktienfonds die Teilfreistellung von 30 Prozent.
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